Fellpflege

Ein Langhaarhund leidet, wenn seine Bewegungsfreiheit durch Knoten, Filz und Dreck eingeschränkt wird. Wenn Haare ziepen tut das entsetzlich weh. Es entstehen wunde Stellen, die Haut atmet nicht, Feuchtigkeit bildet sich und schnell entstehen Krankheiten. Abgesehen davon möchte ich keinen Hund neben mir auf dem Sofa liegen haben, der stinkt. Die langen Haare nehmen halt jedes Wetter mit hinein in die gute Stube. Dazu Äste, Regenwürmer, mehr oder weniger lebendig, Blätter, die Pfütze von eben, Tesafilm an den Pfoten, Angelhaken am Hintern…..alles schon dagewesen. Da ist Pflege einfach nötig.

Mein Zuchtziel ist es Tibet Terrier in ihrer ursprünglichen Art zu züchten. Das gesunde Mittelmaß und die Ursprünglichkeit einer naturnahen Rasse so zu erhalten, wie sie heute noch in Tibet vorkommt. Ich möchte keine Fellmonster mit bodenlangem Haar, keine Showdogs, die ihr Leben auf dem Groomingtisch und im Bad verbringen. Unsere Hunde führen ein echtes Hundeleben und dies sollen auch unsere Welpen bei ihren Familien ohne Einschränkungen tun dürfen.

Natürlich ist die Entwicklung auch bei einem Rassehund ein Stück weit individuell und so gibt es Tibet Terrier, die eine bodenlange Fellpracht fast von allein und ohne viel Aufwand entwickeln ebenso, wie es Exemplare gibt, deren Haarpracht einige Zeit braucht, bis es zur vollen Schönheit entwickelt ist.

Auf die Pflege des Haares wird von jedem Hundehalter unterschiedlich viel Wert gelegt. Die einen kämmen und bürsten täglich und sind überzeugt von ihrem Tun, anderen reichen die nötigsten Handgriffe. Solang der Hund nicht zur Frisierpuppe wird….

Das „Grooming“ empfinde ich, als meditative Arbeit, muss sie aber nicht öfter als nötig tun, um eine schöne Haarpracht bei meinen Hunden zu erreichen. 1X in der Woche reicht bei einem ausgewachsenen Hund. Jungtiere sind schon mal öfter dran, denn das noch weiche Fell verknotet schnell. Für einen Hund benötige ich je nach Aufwand 1- 2 Stunden Arbeit. Länger sollte kein Hund pro Sitzung aushalten müssen.

Ich mag den Anblick eines frisch gekämmten, sauberen Tibet Terriers schon sehr. Leider ist dieser Anblick bei uns eher selten der Fall, da das nächste Dreckloch uns immer zu finden weiß.

Wer also jetzt schon weiß, dass er sich niemals wirklich mit Fellpflege bei seinem Hund beschäftigen mag, sollte ernsthaft überlegen, sich doch für eine Kurzhaar-Rasse zu entscheiden, oder gleich ein Abo bei dem ortansässigen Hundefriseur mit einkalkulieren, denn Pflege braucht er, der Tibet Terrier. So oder so.

Wen ich nun noch nicht abschrecken konnte, sich für einen Tibet Terrier zu entscheiden, dem sei gesagt, dass sich die Mühen lohnen werden. Ein Tibet Terrier ist so viel mehr als nur ein Hund mit Haar. Ein Tibet Terrier ist der perfekte Familienhund, ob nun geschnitten oder „wild offen“.